Orientierungslaufgruppe Biberist Solothurn

Autor: Noé Henseler

Saisonrückblick 2024 Noé Henseler

Das Jahr begann für mich mit einem Trainingslager in Finale Ligure. Dieses bot mir die Möglichkeit, mich sowohl physisch als auch biketechnisch optimal auf die bevorstehende Saison vorzubereiten. Von Januar bis März fanden noch keine Wettkämpfe statt. Diese Zeit nutzte ich, um mit dem Trainingsplan von Silas Hotz die Basis für die ersten Rennen in Sesto Calende zu legen. Dort konnte ich mich zum ersten Mal in der Saison 2024 mit internationalen Konkurrenten messen. Im direkten Vergleich mit Matteo Traversi zeigte sich, dass wir körperlich ähnlich stark waren, er jedoch im Gelände die bessere Orientierung hatte. Ich nutzte die Gelegenheit, mich an seinem Tempo zu orientieren, was mir gut gelang.

Im Frühling standen die Selektionswettkämpfe für die Europameisterschaft in Polen an. Diese konnte ich erfolgreich absolvieren, unter anderem mit einer neuen Bestzeit auf dem Bremerloop. Nach dem ruhigen Start der Saison folgte ein intensiver Mai mit zahlreichen Wettkämpfen, darunter zwei verlängerte Wochenenden in Frankreich. In Bernex traf ich auf starke französische Konkurrenten. Die Vielfalt der Formate – Massenstart, Langdistanz und Staffel – machte dieses Wochenende besonders abwechslungsreich und spannend. Abgesehen vom Massenstart, bei dem ich Zeit einbüßte, konnte ich konstant gute Leistungen abrufen und erreichte durchschnittlich den vierten Platz. Am letzten Tag trat ich mit Flurin in Les Gets zur Staffel an. Flurin zeigte wie gewohnt ein hervorragendes Rennen und übergab mir in einer guten Position. In den steilen Skipisten konnte ich meine physische Stärke ausspielen, und wir erreichten gemeinsam den zweiten Platz in der Elite – Danke, Flurin!

Am darauffolgenden Wochenende boten die Wettkämpfe bei Prémanon eine wertvolle technische Vorbereitung. Das dichte Wegenetz erforderte höchste Konzentration auf der Karte und schärfte meine Orientierung, bevor es nach Ostroda in Polen ging. 

Die Europameisterschaft begann mit dem Sprint, der auf den ersten Blick komplex und technisch anspruchsvoll schien. Überraschenderweise erwies sich das Rennen jedoch als kartentechnisch einfach, dafür aber extrem schnell. Meine physische Stärke zahlte sich aus, und ich beendete den Sprint auf dem 13. Rang, erstmals bei den Junioren. Es folgten die Lang- und die Mitteldistanz. Während ich in beiden Rennen unter die Top 20 fahren konnte, unterlief mir in der Langdistanz ein Fehler, der wertvolle Zeit kostete. Die Mitteldistanz beendete ich ohne große Fehler, jedoch stürzte ich über einen Baumstamm, den ich in einer Abfahrt übersehen hatte. Trotz kleiner Rückschläge konnte ich die Europameisterschaft mit einem positiven Gefühl abschließen. Diese internationalen Wettkämpfe markierten zugleich das Ende meiner Saison auf internationaler Ebene.

Im Sommer unternahm ich verschiedene Biketouren, darunter eine beeindruckende Tour von Le Châble ins Aosta-Tal mit Adrian Jäggi, der die Route geplant hatte. 

Ein besonderes Highlight war mein erster Bike-Marathon in Grindelwald. Vor der atemberaubenden Kulisse der Berner Alpen absolvierte ich die rund 50 Kilometer mit 2700 Höhenmetern und sicherte mir den zweiten Platz bei den Junioren.

Im Herbst folgten weitere nationale Wettkämpfe im Bike-Orientierungslauf. Mit vielen wunderbaren Erlebnissen konnte ich mein letztes Jahr als Junior abschließen und auf eine lehrreiche und erfolgreiche Saison zurückblicken.

Ich möchte mich herzlich bei allen bedanken, die mich diese Saison tatkräftig unterstützt haben – Vielen Dank!

Saisonrückblick 2023 – Noé Henseler

Was für eine beeindruckende Saison 2023! Mit vielfältigen Trainingslagern und spannenden Wettkämpfen stand ein ereignisreiches Jahr bevor. Für mich bedeutete es das Abschlussjahr in der Jugend-Kategorie. Der Höhepunkt formt die Europameisterschaft in Portugal, auf die ich seit Jahresbeginn hin gefiebert hatte.

Schon im Frühjahr begann die intensive Vorbereitung, um für die ersten internationalen Wettkämpfe im März in Bestform zu sein. Die Vorfreude wuchs mit jedem Training im kalten und «grussige» Wetter der Schweiz, während ich mich auf das Trainingslager in Portugal vorbereitete. In dieser Zeit versuchte ich meine Physis auf ein solides Niveau zu haben, um den Schwerpunkt im Trainingslager in Portugal auf die O-Technik zu legen.

Am 10. März ging es dann mit dem Flugzeug nach Portugal. Bereits am Tag der Ankunft stand der erste Wettkampf an. Bei dieser Langdistanz sicherte ich mir mit dem ersten Platz die ersten Punkte für die Young Guns World Series (YGWS). Auch am folgenden Tag konnte ich den Sprint für mich entscheiden. Anschliessend folgte eine Woche mit abwechslungsreichen und spannenden Trainings, von denen ich sehr profitieren konnte, um mich an das portugiesische Gelände zu gewöhnen. Nach dem Trainingslager in Portugal fanden in Spanien drei Wettkämpfe statt. Der erste Wettkampf liess wenige Routenwahlen zu und war physisch sehr fordernd, dennoch konnte ich auch diesen gewinnen. Am Nachmittag folgte der Sprint in der nahegelegenen Stadt. Leider musste ich nach zwei Stürzen auf dem sandigen Asphalt aufgeben. Das Wettkampfwochenende endete mit einer herausfordernden Langdistanz, die ich ebenfalls auf dem ersten Platz beendete. Nach diesem Trainingslager fühlte ich mich gut auf die Jugend-EM vorbereitet.

Abbildung 1 Challenge: Short-Range Posten an der Langdistanz in Spanien (Foto: Eloisa Tapia)

Zurück in der Schweiz galt es den letzten Feinschliff an meiner Physis vorzunehmen, denn die EM rückte näher. Ende April ging es erneut nach Portugal, diesmal nach Faro im Süden des Landes. Beim ersten Training wurde mir jedoch schnell klar, dass dieses Gelände sich von dem des Trainingslagers unterschied. So musste ich meine Erkenntnisse möglichst konsequent auf den ersten Wettkampf der EM, die Mitteldistanz, anpassen. Dies gelang mir trotz des schwierigen Geländes sehr gut.

Ich startete langsam, um keine Fehler auf der Karte zu machen. Nach den ersten Posten gewann ich an Sicherheit und konnte die Geschwindigkeit erhöhen. Kurz vor dem Ziel übersah ich einen Weg, ich wechselte sofort zur „Route B“ und konnte den Posten von einer anderen Seite anfahren. So beendete ich die Mitteldistanz mit 32:30 Minuten auf dem ersten Platz – mein erster Jugend-Europameistertitel.

Am darauffolgenden Tag fand die Langdistanz statt. Bereits am ersten Posten unterlief mir ein schwerwiegender Fehler. Ich fuhr an meinem Posten vorbei, ohne ihn zu bemerken. Erst im nahegelegenen Dorf konnte ich mich dank meiner seriösen Vorbereitung mit Google Street View wieder orientieren. Dieser Fehler kostete mich etwa vier Minuten. Da das Rennen kartentechnisch einfach war, konnte ich diese Zeit nicht mehr aufholen. Ich erreichte mit einem Abstand von 4:15 Minuten zum Erstplatzierten einen Diplomplatz (5. Rang).

Auf den Sprint am folgenden Tag bereitete ich mich erneut akribisch vor, indem ich Luftbilder des Geländes studierte. Dieser Sprint fand neben und auf einer Motocross-Strecke statt. Den Teil außerhalb der Strecke konnte ich fehlerfrei bewältigen, aber auf der Strecke selbst hatte ich Schwierigkeiten mit dem Querfahren. Das kostete mich wertvolle Zeit. Auch dieses Rennen beendete ich mit einem Diplomplatz (6. Rang).

Als krönender Abschluss der diesjährigen Europameisterschaften fand die Staffel statt. Mit Silas Lützelschwab (1. Strecke) und Flurin Schnyder (3. Strecke) durfte ich die Junioren-Staffel auf der zweiten Strecke fahren. Alle zeigten solide Leistungen, sodass wir uns das Diplom für den vierten Platz sichern konnten.

So kann ich auf eine erfolgreiche und spannende Jugend-Europameisterschaft zurückblicken, bei der ich einen Titel und drei Diplome gewinnen konnte.

Abbildung 2&3 Teamfoto und Zuschauerpassage der EM 2023 (Foto: Patrick Henseler)

Wieder zu Hause setzte ich das Training fort, um fit für das nächste Trainingslager in Tschechien zu sein. Dieses beinhaltete eine Woche mit fünf Wettkämpfen, der sogenannten MTBO-5-days Veranstaltung, sowie eine Woche, die speziell auf die folgende WM in Jičín ausgerichtet war. An dieser WM nahm ich jedoch noch nicht teil.

Im ersten Rennen der MTBO-5-days gelang es mir, mit einem fehlerfreien Lauf den ersten Platz zu erreichen. Am darauffolgenden Tag gewann ich auch den Sprint, wenn auch knapp, mit einem Vorsprung von lediglich drei Sekunden. Beim Massenstart missglückte mir die Routenwahl zum ersten Posten, und bei der Langdistanz konnte ich meine Leistung nicht ausreichend abrufen. Dies führte dazu, dass ich diese Wettkämpfe auf dem sechsten und fünften Rang beendete. Diese herausfordernde Woche bot mir die Gelegenheit, meine Orientierungsfähigkeiten im tschechischen Gelände zu verbessern und spezifische Erkenntnisse aus dem Massenstart und der Langdistanz zu gewinnen. In der zweiten Woche konnte ich gezielt an den Fehlern arbeiten, die mir während der Wettkampfwoche unterlaufen sind. Nach diesen beiden hervorragenden, aber auch sehr anspruchsvollen Wochen ging es direkt an die SOW. So konnte ich den Sommer vollumfänglich geniessen.

Abbildung 4&5 Zieleinfahrt Mitteldistanz und Langdistanz MTBO-5-days (Foto: Beat Schaffner)

Anfang Herbst nahm ich an den beiden Schweizermeisterschaften über die Langdistanz und Mitteldistanz teil. Beide konnte ich auf dem ersten Rang beenden, was den Sieg des Swiss Cups 2023 bedeutete.

Zudem konnte ich durch meine konstanten Leistungen im TL Portugal, an der Jugend-EM 2023 und im TL in Tschechien den ersten Rang der Young Guns World Series gewinnen.

Danke an alle, die mich in der Saison 2023 unterstützt haben.

Saisonrückblick 2022 Noé Henseler

Die Saison 2022 verlief deutlich ruhiger und besser planbar (keine Covid-Unsicherheiten), als die Vorherige. Dementsprechend war es einfacher auf die Wettkämpfe zu trainieren, was dann auch zu konstanteren Resultaten führte. Der Höhepunkt des Jahres stellte die Jugend-Europameisterschaft (kurz EYMTBOC) in Litauen dar. Mit diversen kleineren Internationalen Wettkämpfe konnte ich meine Fähigkeiten in der Orientierung sowie auf dem Bike verbessern.

Dieses Jahr musste ich früher aus dem Winterschlaf erwachen, da bereits im Mai die Europameisterschaft stattfand. Ich erhöhte das Trainingspensum im Januar und legte den Fokus grosstenteils auf die Orientierung, da in Litauen das Gelände augenfällig mit kleineren Wegen gespickt ist. Die nötige Kondition konnte ich durch das Grundlagentraining problemlos auf einem guten Niveau halten und sukzessive zu der EM erhöhen.

Um möglichst gute Resultat zu erzielen, sind nicht nur die trainierbaren Aspekte wichtig, sondern auch das Material, bei mir das Fahrrad. Durch das Nationalkader hatte ich im Februar die Möglichkeit von einem hervorragenden Fahrervertrag bei „Thömus“ zu profitieren. Das Cross-Country Bike das ich in dieser Saison gefahren bin, konnte nach Wunsch konfiguriert und somit perfekt auf einen abgestimmt werden. Nun war ich perfekt auf den Saisonstart vorbereitet.

Startvorbereitung in Ignalina (Foto: Jürg Hellmüller)

Der erste Wettkampf war in Frankreich, genauer in Besançon. So konnte ich mich bereits früh mit internationalen Konkurrenten vergleichen. An diesem Wochenende fanden vier Wettkämpfe statt. Am Samstag Morgen durfte ich von einem Sprint, welchen ich auf dem ersten Platz beenden konnte profitieren. Nachmittags fand eine zweier Staffel statt, welche ich mit Noah Rieder in der Kategorie Elite auf dem 4. Platz beenden konnte. Am darauf folgenden Tag fand morgens erneut ein Sprint in der Gruppe mit der Elite statt. Dieser konnte ich leider nicht ohne Fehler beenden und klassierte mich auf dem 22. Platz. Der Massenstart fand am Nachmittag statt, in welchem ich auf den dritten Platz fahren konnte. Nach diesem Wochenende war mir klar, wo ich auf die Konkurrenten Zeit verlor.

Am darauf folgenden Wochende startete die nationale Rennserie mit dem Biberister Bike-OL. Da diese Wettkämpfe weniger besucht sind, ist auch der Vergleich mit anderen Wettkämpfern schwieriger. Trotzdem dienen sie dem Selbstvergleich.

Bereits zwei Wochen später fand das MTBO Camp in Dänemark statt. Das Terrain ist deutlich flacher als in der Schweiz. So konnte ich weitere wichtige Erkenntnisse sammeln, welche ich später an der EM bei ähnlichem Gelände gut umzusetzen vermochte. Natürlich war auch an diesen acht Wettkämpfen in vier Tagen der internationale Vergleich im Vordergrund. Zwei der Rennen zählten zudem zur „Young Guns World Series“ (kurz YGWS). Ich konnte beide dieser Rennen für mich entscheiden. Die Krönung des Camps war für mich die „Ultralong-Distance“. Nach einem Massenstart folgten anschliessend drei Schlaufen, um des Teilnehmerfeld zu trennen. Wieder vereint, kämpfte ich gegen einen gleichaltrigen Konkurrenten die übrigen 40km bis ins Ziel. Zirka drei km vor dem Ziel konnte ich den Wettkampf für mich entscheiden und als erster in meiner Kategorie das Rennen beenden. Nun hatte ich Gewissheit, dass die Kondition und die Orientierung auf dem geplanten Niveau für die EYMTBOC 2022 waren.

MTBO Camp in Dänemark (Fotos: Noé & Patrick Henseler)

Einen Monat später sassen wir voller Vorfreude und Neugierde im Flugzeug nach Litauen. Wir reisten einen Tag vor dem Model-Event an, so dass wir uns ohne Stress auf die Wettkämpfe vorbereiten konnten. Am Model-Event konnte ich das Gelände mit den vielen kleinen, schwierig erkennbaren Wegen auskundschaften. Ich konnte die letzten kleinen Optimierungen vornehmen und an der Mitteldistanz am nächsten Tag nahezu wunschgemäss umsetzen. So konnte ich bereits am ersten Wettkampf ein Diplom mit dem sechsten Rang entgegennehmen. Nach der Medaillenübergabe inspizierten wir den geöffneten Teil der Stadt, wo am folgenden Tag der Sprint stattfand. Diesen empfand ich als schwer, aufgrund der vielen kleinen, teils undeutlichen Wegen. Allerdings konnte ich mich auch in diesem Wettkampf mit fortlaufender Zeit verbessern und mich in die Top-Ten fahren. Am folgenden Tag fand die Langdistanz im hügligeren Gelände statt. Die kleinen aber sehr steilen Rampen lagen mir, jedoch verlor ich beim zweiten Posten wichtige Zeit. Entsprechend konnte ich die Langdistanz auf dem fünften Platz und einem Diplom beenden. Nach diesen drei Wettkämpfen war die EYMTBOC 2022, und damit der Höhepunkt der Saison 2022, vorüber.

Schlusssprint an der EYMTBOC 2022 (Foto: Patrick Henseler)

Wenige Wochen später wurden erneut Wettkämpfe für die YGWS ausgetragen, diesmal in Fontainebleau. Diese konnte ich auf dem ersten und zweiten Platz beenden und infolgedessen wichtige Punkte für mich gewinnen. Schlussendlich klassierte ich mich in dieser „globalen“ Serie mit 193 Punkten auf dem dritten Platz.

In den kommenden Monaten wurde der Swiss Cup mit regionalen Rennen sowie den beiden Schweizermeisterschaften fortgesetzt. Ich konnte erneut konstante Leistungen in den Kategorien H/U17 und H/U20 zeigen und diese Wettkämpfe sowie den MTBO Swiss Cups in diesen Kategorien H/U17 und H/U20 für mich entscheiden.

So kann ich auf den konstanten Resultaten, die ich in der Saison 2022 erzielt habe, aufbauen und erneut voll motiviert in das nächste Wettkampfjahr starten.

Saisonrückblick 2021 von Noé Henseler

Die Saison 2021 war voller Überraschungen. Zu Beginn des Jahres war unklar, welche Wettkämpfe unter welchen Bedingungen stattfinden würden. Da stellte sich auch sehr schnell die Frage, auf was denn trainiert werden sollte. Mit der Zeit stellte sich heraus, dass mehr Wettkämpfe als erwartet ausgetragen werden konnten. Dies erfreute mich sehr, so konnte ich meine Vorbereitung mit anderen Sportlern messen.

Durch ein ausgeglichenes Grundlagenausdauertraining durch den Winter konnte ich bereits bei den ersten Rennen gute Leistungen abrufen. Dieses Training bestand aus Laufen und Skilanglauf. Das Velo benutzte ich aufgrund kalter, somit unangenehmer Wetterbedingungen eher wenig. Durch das wöchentliche Fuss-OL Training der OLG Biberist SO profitierte ich stark im Bereich der O-Technik. Sobald es wärmer wurde, trainierte ich wieder mehr auf dem Bike und Rennrad. Von diesem Zeitpunkt an, wechselte das Ausdauertraining zu intensiveren sportlichen Einheiten, welche aus kürzeren Sprints und längeren Einheiten bestanden. 

Durch das Trainings-Camp des Nationalkaders Mitte April in Burgdorf, durfte ich kartentechnisch sowie auch Bike technisch von den Kader-Athleten profitieren. Durch ein Crosscountry-Staffel Training wurde die Taktik in Verfolgungssituationen trainiert, bei dem anschliessenden Bike-O fuhren wird ca. 4-6 Posten auswendig an. Dieses Training forderte das Gedächtnis heraus. 

In den darauffolgenden Wochen folgte selbständiges intensiveres Training mit dem Fokus auf der Bike-Technik. In den Sommerferien hatte ich die Möglichkeit über 2 Wochen meine Ausdauer und Technik in Pontresina auf dem Bike zu optimieren. Diese Umgebung ist dafür optimal geeignet. Sie ist in einer guten Höhe gelegen, hat grosse Anstiege (teils auch technisch anspruchsvoll) und grossartige «flowige» Trails zum «shredden» ;). Nach einer einwöchigen «Pause» im Unterland, welche natürlich auch auf dem Rennvelo verbracht wurde, stand das nächste Trainingsweekend in den Bergen vor der Tür. In der Lenzerheide durfte ich mit den Spitzenathleten meine Bike Technik verbessern. Allerdings diesmal mit «Downhill-Einheiten», dies bereitete mir sehr viel Freude. Somit fühlte ich mich bereit für die darauffolgende Wettkampfsaison.

Voller Fokus in der Zuschauerpassage

Die nationale Wettkampfsaison startete für mich in diesem Jahr sehr spät. Der erste Wettkampf war am 04. September, die Schweizermeisterschaft in der Mitteldistanz in Möhlin. Ich schaute im Voraus verschiedene Karten des Laufgebietes an und konnte im anschliessenden Rennen eine gute Leistung zeigen. Dies war der erste Schweizermeistertitel (H/U17) in diesem Jahr. Am darauffolgenden Tag fand die Schweizermeisterschaft in der Langdistanz in Frienisberg statt. Diese war für mich etwas schwieriger zu bestreiten, da sie orientierungstechnisch anspruchsvoller war. Entsprechend haben sich einige, glücklicherweise eher kleinere, Fehler eingeschlichen. Ich hatte eine optimale Route übersehen und infolgedessen Zeit eingebüsst. Es reichte jedoch noch zum ersten Rang (H/U17).

Für den Schlusslauf in Thurgau nahm ich mir vor, die Karte besser zu lesen und entsprechend etwas vorsichtiger zu fahren. Entsprechend besser ist mir dieser letzte nationale Lauf der Saison gelungen. Auch dieser konnte ich auf dem ersten Platz (H/U20) erfolgreich beenden. So darf ich national auf eine erfolgreiche, wenn auch kurze Saison zurückblicken.

Anfahrt zum letzten Posten

Internationale Bike-O Rennen waren mir bisher unbekannt. Obwohl ich von der Jugend-EM in Portugal wusste, war für mich die Teilnahme kein Thema. Als die Cheftrainerin des Kaders mich gefragt hatte, ob ich starten möchte, traute ich meinen Ohren nicht. Zudem wurde mir auch noch mitgeteilt, dass ich die Möglichkeit hätte, mit Flurin und Noah in der Junioren-Staffel zu starten. Ab diesem Zeitpunkt stieg der Druck, nicht zu versagen, von Tag zu Tag an. Als es dann so weit war und ich mich mit viel Gepäck auf den Weg zum Flughafen machte, wurden mir bereits die vermutlich häufigste Frage von Reisenden gestellt: Was ist das für ein Sport? Darauf folgte meistens immer die gleiche Erklärung: OL auf dem Fahrrad. Diese Unterhaltungen lenkten mich von den bevorstehenden Rennen ab. Somit fühlte sich die Zugfahrt nicht mehr so lange an. Den Flug nach Lissabon nutzen wir erneut, um uns mit verschiedenen Karten und Luftbildern auf die Rennserie vorzubereiten. An den Model-Events konnte ich Erfahrungen sammeln und durfte von erfahrenen Athleten und deren Routenwahlen profitieren. 

Am nächsten Tag nahm ich an meinem ersten internationalen Bike-O teil. Der Sprint war für mich ein sehr gut passender Anfang, O-technisch eher einfach und gute Strassen, um die Kraft gut zu übertragen. Trotz den guten Strassen bzw. Sandpisten, rutschte mein vorderes Rad bereits in er ersten Kurve weg, glücklicherweise verletzte ich mich jedoch nicht. Die verlorene Zeit motivierte noch mehr, diese aufzuholen. Mit dem sechsten Rang und einem entsprechenden Diplom konnte ich das Rennen abschliessen und war damit überglücklich. Bei den zwei nächsten Rennen hatte ich weniger Glück. Bei der Mitteldistanz machte ich einen grossen kartentechnischen Fehler (30. Rang) und bei der Langdistanz wurde mein Wechsler durch ein Rindenstück verbogen (34. Rang). Dies hatte zur Folge, dass ich mit einem etwas mulmigen Gefühl auf die Staffel blickte. 

Durch eine hervorragende Leistung von Flurin Schnyder, welcher als Startfahrer in der Staffel begann, hatte ich sehr gute Voraussetzungen für meine Schlaufe. Vor Beenden meines Rennes übergab ich an Noah Rieder, der wiederum eine gute Leistung zeigen konnte. Vor allem im Schlusssprint. Er überholte auf dem Zielsprint zuerst den finnischen Fahrer und konnte mit einem fulminanten Schlussprint auch noch den russischen Athleten von der Spitze verdrängen. Noah sicherte uns damit den Staffel-Europameister-Titel.

Obwohl ich am ersten internationalen Wettkampf Lehrgeld bezahlen musste, freue ich mich sehr über die zwei Erfolge. Ich hoffe, dass wir auch im nächsten Jahr wiederum tolle Bike- und Fuss-OL Anlässe erleben dürfen.

Junioren Staffel-Europameister

Vielen herzlichen Dank für die grosse Unterstützung, die ich auch diesem Jahr wieder erfahren durfte. 

Noé Henseler

 

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